Die sogenannte Kurtaxe (italienisch „imposta di soggiorno“) wird in Italien von vielen Gemeinden pro Übernachtung erhoben. 2026 hat der italienische Staat den gesetzlichen Rahmen erweitert: Normale Gemeinden dürfen nun bis zu sieben Euro pro Nacht verlangen, Städte mit besonderem Kulturerbe wie Rom, Venedig oder Florenz bis zu zwölf Euro. Am Gardasee selbst liegen die tatsächlichen Beträge weiterhin meist deutlich niedriger – je nach Ort, Unterkunftskategorie und Saison.
Was ist die Kurtaxe überhaupt?
Die Kurtaxe ist eine kommunale Abgabe auf Übernachtungen, die nicht der Unterkunft, sondern der Gemeinde zugutekommt. Sie finanziert touristische Infrastruktur wie Strände, Promenaden, Sauberkeit, Veranstaltungen und Tourismus-Service. Bezahlt wird sie in der Regel direkt vor Ort an der Unterkunft – getrennt von der eigentlichen Hotel- oder Ferienwohnungsrechnung und häufig in bar. Die Höhe legt jede Gemeinde innerhalb des staatlich vorgegebenen Rahmens selbst fest.
Die nationale Änderung 2026
Bisher durften italienische Gemeinden maximal fünf Euro pro Person und Nacht verlangen. Für 2026 hat der Staat diesen Spielraum angehoben: In normalen Gemeinden sind nun bis zu sieben Euro pro Nacht möglich, in Städten mit bedeutendem kulturellem Erbe bis zu zwölf Euro. Wichtig ist: Diese Werte sind Obergrenzen, keine festen Beträge. Ob und in welcher Höhe eine Gemeinde den Rahmen ausschöpft, entscheidet sie selbst – viele kleinere Orte bleiben deutlich darunter.
Wie hoch ist die Kurtaxe am Gardasee?
Am Gardasee bewegt sich die Kurtaxe in der Praxis meist in einer Spanne von rund 0,50 bis 3,50 Euro pro Person und Nacht. Die genaue Höhe hängt von mehreren Faktoren ab:
- Gemeinde: Jeder Ort am See – von Sirmione über Bardolino bis Riva – legt eigene Sätze fest.
- Unterkunftskategorie: In der Regel zahlt man in höher klassifizierten Hotels mehr als auf dem Campingplatz oder in einfachen Pensionen.
- Saison: Manche Gemeinden erheben die Abgabe nur in der Hauptsaison oder staffeln sie nach Monaten.
- Aufenthaltsdauer: Häufig wird die Kurtaxe nur für eine begrenzte Anzahl aufeinanderfolgender Nächte berechnet.
Üblich sind außerdem Ausnahmen: Kinder bis zu einem bestimmten Alter sind meist befreit, ebenso teils Menschen mit Behinderung und deren Begleitpersonen. Die konkreten Regeln stehen in der jeweiligen Gemeindesatzung und werden von der Unterkunft angewandt.
Was Urlauber beachten sollten
Da die Kurtaxe vor Ort und oft in bar fällig wird, sollte man etwas Bargeld bereithalten und die Abgabe nicht mit dem Übernachtungspreis verwechseln – sie kommt zusätzlich obendrauf. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, fragt vor der Anreise bei der Unterkunft nach dem genauen Satz pro Person und Nacht und nach möglichen Befreiungen für Kinder. Eine Quittung über die gezahlte Kurtaxe ist üblich und kann verlangt werden.
Hintergründe zur Anreise und zu weiteren Kosten am See finden sich auf der Seite Anreise zum Gardasee.
Stand: Januar 2026 – Die genannten Obergrenzen entsprechen dem für 2026 erweiterten nationalen Rahmen. Die tatsächliche Höhe legt jede Gemeinde individuell fest und kann sich ändern; verbindlich ist die Satzung der jeweiligen Gemeinde bzw. die Auskunft der Unterkunft.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Kurtaxe am Gardasee 2026?
In der Praxis meist rund 0,50 bis 3,50 Euro pro Person und Nacht, je nach Gemeinde, Unterkunftskategorie und Saison. Der für 2026 erweiterte nationale Rahmen erlaubt theoretisch bis zu sieben Euro (Kulturstädte bis zwölf), die meisten Gardasee-Orte schöpfen das aber nicht aus.
Müssen Kinder Kurtaxe zahlen?
In den meisten Gemeinden sind Kinder bis zu einem bestimmten Alter von der Kurtaxe befreit. Die genaue Altersgrenze legt jede Gemeinde selbst fest.
Wo und wie wird die Kurtaxe bezahlt?
Sie wird in der Regel direkt vor Ort an der Unterkunft bezahlt, getrennt von der Übernachtungsrechnung und häufig in bar. Eine Quittung kann verlangt werden.
